Gedichte

 

Durch das Leben in die Knie gezwungen,
verzweifelt am Boden liegen.
Aufgeben, Hadern, Verbittern?
oder - Annehmen!
Nach vorne schauen.
Ich will nicht liegen bleiben,
ich stehe auf und gehe weiter!
Nicht den einfachen Weg-
der ist mir versperrt.
Aber es gibt einen anderen Weg.
Mühsam, doch begehbar.
Er führt über Berge und Täler,
ausgestattet mit vielen Hindernissen.
Manche Berge erscheinen unüberwindbar.
Doch ich habe sie alle erklommen
und genieße die schöne Aussicht,
die ich auf diesen Bergspitzen erleben darf.

 

Sein Unglück ausatmen können,
tief ausatmen, so dass man
wieder einatmen kann.

Und vielleicht auch sein
Unglück sagen können...
Und weinen können.

Das wäre schon fast wieder Glück.

         Bitte Mama, bitte Papa

Meine Hände sind klein,
ich werfe mein Glas mit Milch nicht extra um.

Meine Beine sind kurz,
bitte geh etwas langsamer, damit ich mithalten kann.

Bitte haue meine Hand nicht,
wenn ich etwas leuchtendes, schönes anfasse,
ich verstehe das noch nicht.

Bitte schau mich an,
wenn ich mit dir spreche,
dann weiß ich, dass du mir zuhörst.

Meine Gefühle sind zart,
bitte schimpf nicht den ganzen Tag mit mir.

Bitte lass mich Fehler machen,
ohne dass ich mir dabei dumm vorkomme.

Bitte erwarte nicht von mir,
dass ich das Bett, was ich richte
oder das Bild, was ich male, perfekt mache.

Bitte, liebe mich doch einfach nur dafür,
dass ich es versuche.

Bitte denk daran, ich bin ein Kind,
kein kleiner Erwachsener,
denn manchmal weiß ich nicht, was du von mir willst.

Ich liebe dich so sehr!

Bitte liebe mich so, wie ich bin
und nicht nur für das, was ich kann!

Langer Weg

Gerade haben wir eine Situation auf unserem langen Weg bewältigt, gedacht, wir hätten jetzt etwas Ruhe, Pause zum Kraft tanken, die Akkus wieder aufzuladen.

Aber schon geht's weiter auf unserem langen Weg -
keine Pause, keine Ruhe!
Auf geht's!

Anträge stellen,
Verhandlungen führen,
Informationen sammeln.
Was kommt da noch auf uns zu?

Und ist es am Ende der richtige Weg?
Wird es so laufen, wie wir es uns jetzt vorstellen?
Oder war plötzlich alles umsonst?
Weil wir auf dem langen Weg einmal falsch abgebogen sind?

Aber es gibt keine Wegweiser auf unserem langen Weg!

Wir müssen spontan und schnell entscheiden
auf unserem langen Weg,
der kein Ende nimmt,
an dem Rastplätze nicht vorgesehen sind.

Auf geht's! Wir haben keine Wahl!


Kleiner Vogel

Kleiner Vogel, Deine Flügel waren nie ganz,
ich war traurig, als du damals zu mir fandst.

Kamst zu mir geflogen, warst seit dem immer da,
jede Stunde am Tag, Jahr für Jahr.

Kleiner Vogel zu siehst die Welt nie beim Fliegen,
keine Angst, ich werd´ nicht dem Kummer erliegen.

Deine Flügel werden ganz sicher nie heilen,
wir werden deshalb alles teilen.

Kleiner Vogel, Deine Stimme ist schön wie sonst keine,
du weißt alleine, was ich hier meine.

Ich sorge für dich, meine Flügel sind groß
und bette dich sanft in meinem Schoß.

Kleiner Vogel, deine Flügel waren nie ganz,
heut´ bin ich so froh, dass du zu mir fandst

Gedankenflug

Als du zu uns kamst vor ein paar Jahren,
Durften wir mit dir erfahren,
Was man hat, was man vermisst,
Wenn man nun zusammen ist,
Mit einem ganz besond´ren Kind
So wie dir, und wir sind
Glücklich dich bei uns zu wissen,
Möchten dich nie wieder missen
Und auch das, was du uns lehrtest,
Das, wohin du uns bekehrtest,
Du hast uns viel beigebracht,
Tränen und viel Glück gebracht,
Freude, Angst, Hoffnung und Sorgen,
Nicht zu wissen, was kommt morgen,
Viel zu tun, nie aufzugeben,
Mehr im Hier und Jetzt zu leben,
zeigtest uns auch, was es bringt,
Wenn man um mehr Durchblick ringt,
Um mehr Kraft und um viel Mut,

Ohn´ das Wissen, es wird gut.
Durch dich wissen wir es nun,
Man kann immer etwas tun,
Anders aber als gewohnt,
Weil es sich auch anders lohnt!
Nicht in Form von Ruhm und Geld,
Die als Lohn in uns´rer Welt,
Allgemein sind anerkannt,
Nein, bei uns wird angewandt
Das Prinzip der Hoffnung pur,
Wollen als Belohnung "nur"
Einen Fortschritt für dich haben,
Dieser aber wird uns laben
Wie kein andrer Lohn es könnt,
Dieser aber ist gegönnt
Uns und tut unendlich gut,
Gibt uns immer wieder Mut!

Mein eigenes Land bin ich.
Die Grenzen sind fest und unverschiebbar.
Die Grenzen des Schweigens
durch meine Unfähigkeit zu reden.
Meine Sprache
wurde noch nicht erforscht.
Oh ja, ich rede,
ich rede sehr viel!
Den ganzen Tag über versuche ich verzweifelt
Mich mitzuteilen,
mich anderen verständlich zu machen.

Doch
Sie sprechen meine Sprache nicht.
Wie sollten sie auch,
bin ich doch eine Fremde.
Mein Land
wird nur von mir bewohnt. 

Einsam ist es –
und unfruchtbar
wie mir scheint,
große Flächen Wüste überall.

Ach,
käme doch jemand
und brächte mir Wasser,
ließe es regnen
auf meinen kahlen, ausgedörrten Boden!

Doch,
manchmal regnet es schon,
aber meist prasselt das Wasser
als Platzregen
oberflächlicher, nicht ernstgemeinter Worte
auf mich herab
und schwemmt nur
den Rest fruchtbarer Erde mit sich fort.

So plötzlich wie er beginnt,
endet er auch wieder, und zurück bleiben nur
neue Furchen,
eine hässliche Mondlandschaft,
die niemand betreten will.

Was ich mir wünsche
ist ein leichter, warmer Frühlingsregen,
der tief in mich eindringt
bis zu den Wurzeln
meiner Seele,
der die Knospen
in meinem Erdreich aufweckt
so dass sie ihre Blüten
aus dem tiefen Dunkel herausstrecken
ans Licht.

Erschlage mich nicht
mit Deiner Aufmerksamkeit,
sondern
benetzt mich
mit Deiner Freundschaft
wie der Morgentau
die erwachenden Blumen.
Lasse mir Zeit
sie zu trinken
und sei nicht enttäuscht,
wenn ich mich nicht gleich öffne.
Auch der Frühling
kommt nicht
an einem Tag.

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