Gedanken...

 

 

 

 

 

Mein kleiner Engel,

oft stehe Ich Nachts weinend an deinem Bett und schau dich lange an, Streichel dabei deine Haare und dein liebevolles Gesicht und frage mich dabei immer wieder warum Du mein Engel, warum darfst Du kein unbeschwertes Leben leben.

Warum?

Warum darfst Du nicht sein wie andere Kinder die im Planschbecken rumplanschen, während Du daneben auf einer Decke liegen musst?

Warum?

Wer hat Entschieden dass Du dieses Leben nicht haben darfst?

Wer?

Warum musst du in deinem Buggy sitzen während die anderen Kinder zum Eismann laufen um sich ein Eis zu kaufen?

Warum?

Warum musst Du an Weihnachten da liegen, während andere Kinder ihre Geschenke mit Leuchtenden Augen öffnen?

Warum?

 

Mein Engel all das würde Ich Dir ermöglichen wenn es in meiner Macht stünde, doch das einzige was Ich für Dich tun kann ist es Dir dein Leben so schön wie möglich zu gestalten, und das werde Ich mit meiner ganzen Kraft und mit voller hin Gabe für Dich tun.

 

Mein Schatz Mama liebt Dich so Doll das Ich es niemals in Worte fassen könnte.

 

 

Die meisten Frauen werden durch Zufall Mutter, manche freiwillig, einige unter gesellschaftlichen Druck und ein paar aus reiner Gewohnheit.

Dieses Jahr werden 100.000 Frauen Mütter behinderter Kinder werden.

Haben sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, nach welchen Gesichtspunkten die Mütter behinderter Kinder ausgewählt werden?

 

Ich stelle mir Gott vor, wie er über der Erde schwebt und sich die Werkzeuge der Arterhaltung mit größter Sorgfalt und Überlegung aussucht. Er beobachtet genau und diktiert dann seinen Engeln Anweisungen ins riesige Hauptbuch.

 

Schließlich nennt er einem Engel einen Namen und sagt lächelnd: “Der gebe ich ein behindertes Kind.“ Der Engel wird Neugierig: “Warum gerade ihr, o Herr? Sie ist doch so glücklich.“ Eben deswegen“, sagt Gott lächelnd. “Kann ich einem behinderten Kind eine Mutter geben, die das Lachen nicht kennt? Das wäre grausam.“ “Aber hat sie denn die nötige Geduld?“ fragt der Engel.“ Ich will nicht dass sie zuviel Geduld hat, sonst ertrinkt sie in einem Meer von Selbstmitleid und Verzweiflung. Wenn der anfängliche Schock und Zorn verklungen sind, wird sie es tadellos schaffen. Ich habe sie heute beobachtet. Sie hat den Sinn für Selbstständigkeit und Unabhängigkeit, die bei Müttern so selten und so nötig sind. Verstehst du: das Kind, das ich ihr schenken werde, wird in seiner eigenen Welt leben. Und sie muss es zwingen, in der ihren zu leben, das wird nicht leicht werden.“ “Aber, Herr, soviel ich weiß, glaubt sie nicht einmal an dich.“ Gott lächelt.“ Das macht nichts, das bringe ich schon in Ordnung. Sie hat genügend Egoismus.“ Der Engel ringt nach Luft.“ Egoismus? Ist das denn eine Tugend?“ Gott nickt. “ Wenn sie sich nicht gelegentlich von dem Kind trennen kann, wird sie das alles nicht überstehen.

Die Frau ist es, die ich mit einem nicht ganz vollkommenen Kind beschenken werde. Sie weiß es zwar noch nicht, aber sie ist zu beneiden.

 

Nie wird sie ein gesprochenes Wort als etwas Selbstverständliches hinnehmen.

Nie einen Schritt als etwas Alltägliches.

Wenn ihr Kind zum ersten Mal Mama sagt, wird ihr klar sein, dass sie ein wunder erlebt.

Wenn sie ihrem blinden Kind einen Baum, einen Sonnenuntergang schildert, wird sie ihn so sehen, wie nur wenige Menschen meine Schöpfung jemals sehen.

 Ich werde ihr erlauben, alles deutlich zu erkennen, was auch ich erkenne – Unwissenheit, Grausamkeit, Vorurteile-,  und ich werde ihr erlauben, sich darüber zu erheben. Sie wird niemals alleine sein. Ich werde bei ihr sein, jeden Tag ihres Lebens, jede einzelne Minute, weil sie meine Arbeit eben so sicher tut, als sei sie hier neben mir.“ Und was bekommt sie für einen Schutzheiligen?“ fragt der Engel mit gezückter Feder. Da lächelt Gott.

 „ Ein Spiegel wird genügen.“

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